Horneros Unfall.

Hallo, ich bin ein Hornero und ich hatte einen bösen Unfall von dem ich Euch heute erzählen möchte.

An einem frühlingshaften Wintertag flog ich mit meinem Freund spielend durch die Lüfte. Wir spielten Fang mich oder hasch mich ich bin der Frühling. Ja es hat uns Spaß gemacht.

Doch leider kam da ein Haus dazwischen.

Mein Freund hat noch die Kurve bekommen und schaffte es vor dem großen Fenster wieder in die Höhe zu kommen. Ich dagegen, ja ich habe nicht aufgepasst und bin doch glatt mit einem lauten Plop an die Scheibe gebumst und dann ganz benommen und erschöpft auf dem Boden gelandet. Da musste ich erst einmal eine Pause einlegen und meine Flügel ausstrecken. Der Schädel hat mir doch gebrummt, was ja kein Wunder ist bei der Geschwindigkeit die wir drauf hatten.

Hoffentlich kommt jetzt keine Tier und frisst mich.

Huch, was ist das? Ich höre Hunde und Schritte, ich hab Angst, da steht plötzlich ein Mensch neben mir und ich kann nicht weg fliegen. Himmel hilf jetzt kommt auch noch eine Hand und berührt mich, ja sie nimmt mich auf und hält mich fest. Ein Gesicht erscheint und ich höre eine Stimme die da sagt:

“Na mein kleiner Hornero, hast Du einen Unfall gehabt?”

Jetzt nimmt mich diese Hand mit in dieses Haus, das Gesicht schaut mich freundlich an und eine zweite Hand kommt und streichelt mich über den Kopf. Nein dieser Mensch will mir offensichtlich doch nichts Böses.

Doch was ist denn das, jetzt nimmer er so was komisches in die andere Hand und das macht ein paar mal Klick.

Hornero im Haus

Der verunfallte Hornero in meiner Hand!

Nichts Schlimmes auf alle Fälle, nun geht er wieder mit mir aus dem Haus und bringt mich auf einen Holzpfosten wo ich mich ausruhen kann. Puhh, nochmal Glück gehabt. Nun kann ich mich wohl ausruhen, die Hunde sind zwar da, aber ich sitze so hoch, da kommen die nicht an mich heran.

Hornero auf dem Pfosten

Der Hornero sitzt nun auf dem Pfosten.

Der Mensch ist weggegangen und ich habe nun wohl meine Ruhe.

Doch Moment, der Mensch kommt ja wieder und hat einen schwarzen Kasten dabei den er auf mich richtet und aus dem es ab und an blitzt. Er geht um mich herum und beobachtet mich. Aber er tut mir nichts. Doch hier kommt nochmals seine Hand mit der er mich berühren möchte. Nein, nein ich will das nicht und ich habe nun schon wieder so viel Kraft, dass ich mit meinen Flügel wieder schlagen kann um mich so in die luftige Sicherheit zu bringen.

Nun kann ich wieder fliegen und in Gedanken sage ich dem Menschen Danke, denn er hat mich vor den großen Hunden beschützt.


Hallo aus Uruguay,

so oder so ähnlich könnte der Hornero unsere Begegnung aufgefasst haben. Da er wieder fliegen konnte, gehe ich davon aus, dass er seinen Unfall überlebt hat. Es ist übrigens nicht das Erste Mal, dass ich einen Hornero aus solch einer bescheidenen Lage gerettet habe. Das letzte Mal kam dieser einen Tag später nochmals angeflogen und ließ sich sogar draußen von mir streicheln.

Zur Info Hornero!

Da zitiere ich am besten das Wiki:

Aus dem Englischen übersetztDie Horneros gehören zur Gattung Furnarius der südamerikanischen Familie Furnariidae. Horneros sind braune Vögel mit ziemlich kurzen Schwänzen und ziemlich langen Scheinen. Sie sind dafür bekannt, Schlammnester zu bauen, die alten Holzöfen ähneln. Diese Nester haben eine einzigartige Kammerkonstruktion.”

Ein Hornero Nest

Das Nest des Hornero sieht ähnlich aus wie ein Backofen.

Horneros sind hier bei uns in Uruguay ganzjährig zu beobachten. Ja ganze Straßen werden nach ihnen benannt. In Argentinien ist der Hornero sogar ein Nationalvogel. Überall findet man vornehmlich auf Strom oder Telefonmasten seinen Backofen ähnlichen Nester welche er aus Schlamm und Lehm kunstvoll baut. Darum auch der name Hornero welche vom Horno, also dem spanischen Backofen abstammt.

Hier noch ein paar schöne Bilder von unserer kurzen aber heftigen Begegnung.

Der Hornero

Noch ein wenig benommen sitzt er auf dem Pfosten.

Hornero in meiner Hand.

Gar nicht so einfach mit nur einer Hand zu knipsen 🙂

Langsam reicht es.

Dieser Blick sagt wohl, es reicht. Kurz darauf erhob er sich in die Lüfte und war weg.

Ich sag es ja immer wieder, dass ich gut zu Vögeln bin.

Hoffe der Kleine Hornero hat Euch so gut gefallen wie mir. Es ist immer wieder ein Lichtblock wenn man einem Tier aus einer misslichen Lage helfen kann.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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