Die wunderschönen Strände von Uruguay.

Sie sind kaum bekannt!

Hallo aus Uruguay,

“Todo tranqui” “Alles ruhig” – alles gut! – ist ein Satz, an den Sie sich gewöhnen, wenn Sie Zeit in Uruguay verbringen. Dieses kleine Land hat eine entspannte Atmosphäre, die wie Balsam für die Seele ist, und einige der besten Strände Südamerikas.

Sie zu erkunden, bedeutet normalerweise, ein Auto in der Hauptstadt Montevideo zu mieten und nach Nordosten zu fahren, um friedliche Hippie-Gemeinschaften zu entdecken, schicke Fischrestaurants in den Sanddünen, eine frisch belebte Wassersport-Szene und Dörfer, in denen Sie in einer Hängematte schlafen können unweit einer Kommune von Seelöwen.

Genießen sie die Vergünstigungen: Ab September hat die Regierung die Gebühren, wenn sie mit einer ausländischen Kreditkarte bezahlt werden für Restaurants, Hotels und Mietwagen um 22 Prozent gesenkt, (ausländische Reisende zahlen dann keine Mehrwertsteuer).

Diese Regelung gilt bis April und macht das Land für Besucher erschwinglich. Während Uruguay für Viele immer noch weitgehend nicht auf dem  Radar erscheint, stieg der Tourismus im letzten Jahr an einigen Stellen trotzdem um 50 Prozent an. Während die Sommersaison von Dezember bis Ende Februar dauert, beginnt das warme Wetter im November und dauert bis Ende März.

Uruguay bietet sehr viel. Sie können Weingüter besuchen, Wandern oder schwimmen gehen oder auch Wale beobachten. Der Hauptanspruch von Uruguay, einem progressiven Land zwischen den zwei Riesen Argentinien und Brasilien, angeführt von rechtsgerichteten Politikern, lebt es sich recht friedlich: Die Einheimischen sind so entspannt, wie es nur geht, mehr als 10 Autos sind ein Stau und es leben ca. 4 Mal mehr Kühe als Menschen im Land.

Seelöwen

Ein Seelöwenreservat mit Hunderten von Einwohnern liegt in Cabo Polonio, dem am wenigsten zugänglichen Küstenort Uruguays. Das Dorf liegt in einem unbebauten Nationalpark.
Foto: Tali Kimelman

Das Fahren an der Küste könnte fünf Stunden dauern,  oder auch fünf Tage wenn sie sich die Zeit nehmen, um jede Stadt zu erkunden. Autovermietungen – die üblichen internationalen Namen wie Hertz, Avis  und einige gleichwertige lokale Unternehmen – sind in der ganzen Stadt und am Flughafen verstreut zu finden.

Die zweispurige Autobahn, die Interbalnearia,  die von Montevideo aus die Küste entlang führt, ist selten überfüllt, außer Sonntag Abends, denn dann kehrten die Uruguayer in die Hauptstadt zurück, und Sie stecken eher, je nach Strecke, hinter einem alten, klapprigen Lastwagens fest, als auf eine Reihe von Autos zu stoßen. Die Straßen sind auch gut gepflegt. In den Tankstellen sind heiße Wasserspender angebracht, welche unverzichtbar für Einheimische sind, die ihren Yerba Mate-Tee nirgendwo vermissen wollen. Die Landschaft ist flach und grün, voller Schafe und Kühe und auch Pferden, aber wenig bebaut, sobald Sie Montevideo verlassen haben.

Die erste wirklich wichtige Sehenswürdigkeit an der Küstenstraße, etwa 75 km die Küste hinauf ist Punta Ballena. ballena heiß Wal und wenn Sie Glück haben können sie an dieser Stelle welche beobachten. Hier, auf einer Landspitze, die in das Wasser ragt, befindet sich Casa Pueblo, einst der Wohnsitz eines der bekanntesten bildenden Künstler Uruguays, Carlos Páez Vilaró. Es ist jetzt ein Museum mit seinen farbenfrohen Gemälden (einige sind eine Hommage an seinen Sohn, einen der Überlebenden des berühmten Flugzeugabsturzes von 1972 in den Anden). Die auffälligen weißen Stuckspitzen und Balkone des Gebäudes (an das ein Hotel angeschlossen ist) wirken fast griechisch und stehen zum Wasser hin. Das Museum bleibt bis zum spektakulären Sonnenuntergang über dem Meer jeden Tag geöffnet. (Eintrag, 320 Pesos oder etwa 10 USD)

Ein paar Kilometer weiter liegt Punta del Este, ein beliebter Urlaubsort für gut betuchte Argentinier und Brasilianer, die bis zum Morgengrauen in den Clubs feiern und sich den ganzen Tag am Strand erholen. Es ist die beste Konzentration von Glanz und Glamour in einem Land, in dem Jeans als formelle Kleidung gelten, und obwohl es für den sparsamen Reisenden nicht viel Anziehungskraft bietet, lohnt es sich, einen Spaziergang am Strand entlang und ein schnelles Selfie mit der “Hand im Sand”, einer riesigen Skulptur von Fingern, die vorne am Strand auftauchen.

Vermeiden Sie die kostspieligen überteuerten Restaurants und gehen Sie in die Cantina del Vigia, wo Steaks, Pizza und Gemüse in den mit Holz gefeuerten Doppelbacköfen vor den einfachen Holztischen zubereitet werden. Ein gutes und reichliches Abendessen für zwei Personen, kostet rund 2.000 Pesos.

Cabo Polonio

Die Abgeschiedenheit von Cabo Polonio wird von einer Handvoll ganzjähriger Bewohner geschätzt. Es gibt praktisch kein WLAN und der Strom ist minimal.
Foto: Tali Kimelman

Während Punta nur aus High Heels und Champagner besteht, ist Jose Ignacio, eine kleine Strandgemeinde, die 45 Minuten weiter die Küste hinauf liegt, ein eher unscheinbarer Ort. Die Schotterstraßen beherbergen elegante Boutiquen, und das Top-Restaurant La Huella ist eine Strandbar. Eine Strandbar mit hervorragendem gegrilltem Fisch und eleganten Cocktails. Es ist so beliebt, dass Sie, auch wenn Sie eine Reservierung vornehmen, problemlos eine Stunde auf Ihren Tisch warten können. In entspannter uruguayischer Eigenart gibt es keine Eile. Trinken Sie ein gekühltes Glas eines lokalen Sauvignon Blanc, während Sie warten. Wenn die Meeresbrise zu kühl wird, leihen sie sich eine der schicken Wolldecken aus, die sie auch zum Verkauf anbieten.  Das Mittagessen ist eine Leckerbissen für den sie, bei zwei Personen, mit Getränken rund 2.500 Pesos hinlegen dürfen.

Die modernistischen Beton- und Glas-Strandhäuser von Jose Ignacio gehören zu den schönsten des Landes und sind ein paar Übernachtungen an diesem unberührten Strand wert.  Über Airbnb ist es leicht zu buchen und ein Wochenende im März in einem gut ausgestatteten Haus mit ein oder zwei Schlafzimmern unweit vom Strand entfernt kann man für schon für ca. 250 US-Dollar bekommen.

Kartenüberblick

Kartenüberblick

Wenn Sie von Jose Ignacio aus auf der Route 10 in Richtung Norden fahren, gelangen Sie zu einem einzigartigen Bauwerk, der Puente Laguna Garzon. Dies ist eine Ringbrücke, die vom uruguayischen Architekten Rafael Viñoly entworfen wurde, und bildet einen Kreis über dem Wasser der Laguna Garzon. So verlockend es ist aber Sie können nicht einfach herumfahren (Eine Sperre verhindert das), aber Sie können herumgehen und die Aussicht auf die Kitesurfer genießen, die in der Nähe üben.

In Uruguay hat dieser Windsport in den letzten Jahren stark zugenommen; Jetzt sind es nicht nur die Fischer, die von den Lagunen leben. Surfschulen haben eröffnet, und Sie werden wahrscheinlich Kitesurfer und Windsurfer sehen, die die Atlantikbrise nutzen, wo immer Sie sind.

Poasad Lune de Miel.

Die Posada Lune de Miel ist eine Sammlung rot lackierter Hütten, die um einen Pool in Punta del Diablo angeordnet sind. Das Anwesen ist etwa fünf Blocks vom Strand entfernt.
Foto: Tali Kimelman

Je weiter Sie die Küste hinauf kommen, desto unkonventioneller wird das Land. Bevor Sie jedoch in die nördlichste Stadt fahren, sollten Sie einen Umweg von etwa 36 km landeinwärts unternehmen, zum Weingut Bodega Garzón, dem ersten Weingut des Landes. Das aus lokalem Stein und Glas erbaute modernistische Weingut bietet von einem Hügel aus einen außergewöhnlichen Blick auf Weinberge, sanfte Hügel, Teiche und wunderschön gepflegte Felder. Die absolute Stille dieser Gegend, die nur von gelegentlichem Hasen, Capybara dem Wasserschein  oder Eidechse gestört wird, erinnert an das Innere des Landes.

Das gemäßigte Klima der Weinkellerei und die Nähe zum Meer machen den Wein, vor allem seine Albariños und Tannats, zu den komplexesten des Landes. Ein Nachmittag hier – vor allem, wenn Sie zum Mittagessen im hauseigenen Restaurant, in dem die Speisekarte von dem argentinischen Feuerwehrmann Francis Mallmann konzipiert wurde, ein großes Vergnügen bereiten, ist ein Genuss und ein letzter Atemzug nach Luxus (mit entsprechenden Preisen), bevor Sie nach Rocha gelangen, wo alles sofort viel entspannter wird. Die Touren mit Verkostungen bewegen sich je nach Weinprobe zwischen 800 und 2.500 Pesos. Ein fünfgängiges Mittagessen kostet ca. 4.300 Pesos (ohne Alkohol).

In der Hochsaison bedeutet das Abbiegen der Autobahn in Rocha zu der Hauptstraße in La Pedrera das eintauchen in einen Menschenschwarm. Die Hauptstrasse, ist von morgens bis weit nach Mitternacht mit Urlaubern gefüllt. In La Pedrera treffen Sie jeden aus Gruppen von 20-Jährigen, die auf Campingplätzen wohnen und Gruppen bilden, bis zu Eltern, die kleine Kinder am Strand hüten. Schroffe Felsen bieten herrliche Aussichten, aber die Strände selbst, vor allem Playa del Barco im Süden und Punta Rubia im Norden, sind breit, sauber und gut zum Schwimmen. Nach einem Nachmittag in der Sonne können Sie sich an einem der Terrassentische an der Costa Brava mit Blick auf die Wellen unten niederlassen, mit einem Teller mit dem ultimativen uruguayischen Strand-Snack, Donuts – hellgrünen Teigbällchen mit gebratenem Algen (350 Pesos) – und eine Flasche kaltem Weißwein verköstigen.

Buchen Sie im Voraus, um ein Zimmer im zweiten Stock im Brisas La Pedrera zu bekommen (das Doppelzimmer ab 150 US-Dollar) liegt gleich um die Ecke von der Hauptstraße. Die Zimmer verfügen über einen Balkon mit Meerblick sowie Liegestühlen und Sonnenschirmen.

Casa Pueblo

Punta Ballena (Whale Point) in Uruguay ist die erste wichtige Station auf einer Küstenstraße. In Casapueblo lebte einst Carlos Páez Vilaró, einer der bekanntesten bildenden Künstler Uruguays. Es ist jetzt ein Museum mit angeschlossenem Hotel.
Foto: Tali Kimelman

Das auffälligste an den Küstenstädten Uruguays ist das, was sie nicht haben: Hochhäuser (außer in Punta del Este, wo es sogar einen Trump Tower gibt), Kettenrestaurants und Hotels, überentwickelte Strände. An jedem Strand gibt es ein Hostel, in dem Sie eine kalte Flasche Zillertaler kaufen können, eines der nationalen Biere, das groß genug für Zwei ist. Ansonsten sind diese Hostels meistens ohne Verpflegung. Jemand könnte am Strandkorb vorbeischauen und versuchen, ein Sandwich, einen Keks oder ein paar handgefertigte Schmuckstücke anbieten. Da dies Uruguay ist, sind sie nie aufdringlich und Sie können dies mit perfektem Gleichmut und einem Lächeln ablehnen.

Erhalten Sie einen Einblick in das lokale Leben bei einem Mittagessen 10 Meilen südlich von La Pedrera. Am Rande der Laguna de Rocha, die durch einen schmalen Landstreifen vom Atlantik getrennt ist, befindet sich eine Holzterrasse mit Plastikstühlen und Tischen. Dies ist Cocina de la Barra, ein kleines Restaurant, das von den Ehefrauen und Töchtern der Fischer, die vom See leben, geführt wird. Der Vorrat an frischen Garnelen, Krabben und zart gebratenem Fisch kommt direkt von den kleinen Fischerbooten in die Küche, zu einer reizvollen Gemeinschaftspartnerschaft, die vor drei Jahren begann. Das Mittagessen, gegessen von Plastikplatten, ist ein Schnäppchen bei rund 800 Pesos für zwei.

Wenn Sie wirklich mal abschalten wollen, ist Cabo Polonio der vielleicht begehrteste Ort des Landes. Obwohl es das am wenigsten zugängliche Küstendorf in Uruguay ist und in einem unentwickelten Nationalpark liegt, ist es auch eines der schönsten. Es bedarf einiger Voraussicht, um es zu erreichen: Lastwagen, die die Sanddünen überqueren, die den Weg versperren, fahren regelmäßig von einer Bushaltestelle an der Hauptstraße ab (Hin- und Rückfahrt 230 Pesos, plus 100, wenn Sie Ihr Surfbrett mitbringen möchten) oder Sie können von Valizas, der nächsten Stadt im Norden,aus zu Fuß gehen. da gehen Sie ca, 6 km nur am Strand entlang!

Die Abgeschiedenheit von Cabo Polonio wird von einer Handvoll ganzjähriger Bewohner geschätzt. Während die Herbergen und Restaurants der Stadt im Sommer voll sind, gibt es praktisch kein WLAN und auch Strom ist nur minimal vorhanden: Generatoren erzeugen ausreichend Kühlung für ein kaltes Bier in einem Open-Air-Restaurant, nicht aber für ein Licht in Ihrem Schlafsaal (Ein Bett in einem Schlafsaal im Viejo Lobo oder Cabo Polonio Hostel kostet rund 30 US-Dollar pro Nacht, nur in bar). Man hört das Brüllen von der unter dem Leuchtturm versammelten Kolonie von Seelöwen, und von September bis November kann man Wale sehen. Dieser Teil der Küste ist noch immer wild, besonders in der Nebensaison, wenn Sie nur auf eine gelegentlich vorkommende Kuh stoßen.

puente laguna garazon

Die Laguna Garzon Brücke ist eine Ringbrücke, die vom uruguayischen Architekten Rafael Viñoly entworfen wurde. Es bildet einen perfekten Kreis über dem Wasser von Laguna Garzon.
Foto: Tali Kimelman

Punta del Diablo ist die wichtigste Stadt am Strand vor der brasilianischen Grenze. In der Hochsaison sind die ungleichmäßig gepflasterten Straßen und verwinkelten Restaurants überfüllt. Familien verbringen ganze Tage am tosenden Strandabschnitt und in den Bars sitzen abends junge Leute zusammen. Seine kleinen Restaurants und Hütten sind mit Schitzereien und Muscheln verziert und wurden in einem Halbkreis vor dem Meer mit Blick auf Felsen und Wellen erbaut wo sich die Surfer sammeln, wenn abends der Wind aufzieht.

Die meisten Geschäfte schließen zwischen 14 und 17 Uhr. – Das ist für viele Touristen unbequem wenn Sie in dieser Zeit etwas essen wollen, aber völlig normal für ein Land, in dem um 23 Uhr zu Abend gegessen wird. Wenn Sie in der Nebensaison hier sind, bringen Sie viel Geld mit denn Geldautomaten werden nur für die Sommermonate installiert, und nicht jedes Geschäft akzeptiert eine Kreditkarte.

Eine Reihe von Geschäften mit frischem Fisch und Meeresfrüchten säumen die Straße mit Blick auf den Strand.  Viele Einheimische bevorzugen es trotzdem ihr Rindfleisch auf dem Grill ihres Miethauses zu grillen. Ein Haus ohne eigenen Grill ist kaum zu finden. V.R.B.O. und Airbnb haben viele gute Möglichkeiten, aber buchen Sie so früh wie möglich, besonders wenn Sie im Hochsommer hier sein wollen.

Es lohnt sich, einen Abend im Il Tano zu verbringen. Dieses kleine Restaurant mit einer aufgeräumten Speisekarte mit hausgemachter Pasta und herrlich zarten frischen Garnelen bietet auch eine abwechslungsreiche Weinkarte mit vielen uruguayischen Weinen, darunter Merlots, Tannats und Mischungen. Es ist eines der schickeren Restaurants in Punta del Diablo, aber fast alle Gäste (und Mitarbeiter) werden in T-Shirts sein. Das Abendessen für zwei Personen mit Wein kostet rund 2.500 Pesos. Verbringen Sie die Nacht in der Posada Lune de Miel (das Doppelzimmer beginnt um 80 US-Dollar), und besteht aus einer Sammlung rot lackierter Hütten, die um einen Pool herum angeordnet sind. Jedes Haus verfügt über einen kleinen Wohnraum mit einer winzigen Küche und eignet sich somit auch für Aufenthalte von mehr als einer Nacht.

Das Original erschien in englisch bei der New York Times.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

Bitte teilen!
  • 27
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
    27
    Shares

Kommentar verfassen