Der Mega Blackout. Wir waren live dabei!

Ganz Argentinien und Uruguay ohne Strom.

Wasserkraftwerk Salto

Blick von der Staumauer des Kraftwerkes am Rio Uruguay in Salto. Ungefähr die Landesgrenze zwischen Argentinien und Uruguay. Der Ort wo das heutige Unheil anfing.

Hallo aus Uruguay,

als ich heute morgen um 8 Uhr meinen ersten Gang ins Badezimmer machte, vernahm ich das leise Piepen meiner UPS welches mir deutlichst zu verstehen gab, dass wir keinen Strom haben.

Nun ja das ist ja nichts Ungewöhnliches wenn wir schlechtes Wetter haben bei dem dann ein Baum irgendwo in eine Leitung fällt oder ein Blitz bei einem Transformator die Sicherung auslöst, dann sind wir halt mal  für ein paar Stunden ohne Strom.

Fakt ist, das es und das sieht man am heutigen Tag ganz genau, keinerlei Redundanz innerhalb der Stromnetze gibt. Dies nicht nur in Uruguay sondern auch in Argentinien, Brasilien, Paraguay und auch Chile, denn all diese Länder waren von dem heutigen Blackout betroffen. Und an diesem Kraftwerk fing das Unheil für Uruguay an.

Nun kommt für mich allerdings die Frage auf: Warum sind all diese Länder nicht autark? Warum Alle auf einmal betroffen? Mehr als 48 Millionen Menschen hatten keinen Strom. Strom der zwar nicht unbedingt lebensnotwendig ist, dennoch aber meistens dringend benötigt wird.

Spinnt man den Faden etwas weiter, sehen wir doch wie verletzlich wir letztendlich doch sind. Man kann uns ganz einfach, alle auf einem Schlag, den Saft abdrehen. War das heute vielleicht ein Test?

Leben ohne Strom?

Wie ich oben schrieb passiert das ja nicht nur einmal, sondern durchaus öfters. Wie also geht man damit um?

Es ist weniger schlimm als mancher ahnt.

Gekocht wird zum überwiegenden Teil mit Gas. Dieses kommt nicht etwa aus eine Leitung, nein dazu kauft man sich Gasflaschen welche schon ein paar Monate ausreichen. Wer autark sein will, der leistet sich eben ein zweite Flasche und hat somit immer seine Reserve zu Hause.

Problematisch wird es dann schon eher beim Wasser. 

Da auch der Wasserversorger OSE Strom für seine Pumpen benötigt dürfte das Wasser aus den meisten Leitungen nur noch tröpfeln. Also nichts isses mit der morgendlichen Dusche.

Auch hier bei mir, wo wir keinen OSE Anschluss besitzen und unser Wasser aus einem 32 Meter tiefen Brunnen her beziehen, bekommen somit ohne Strom kein frisches Wasser, denn auch unsere Pumpen laufen eben nicht ohne den erforderlichen Saft.

Dafür haben wir aber einen 500 Liter Wassertank als Vorratsspeicher und auch der Osmose Wasserfilter hält noch einen Vorrat von 6 Litern gefilterten Wasser für uns parat.

Das morgendliche Kaffee trinken fällt also nicht aus. 

Das Internet war von dem Stromausfall nicht betroffen. Auch das wundert mich ein wenig. Trotzdem bleibt in dem Moment der PC aus und man wartet geduldig bis der Fehler wieder behoben ist. Nötige Infos erhält man über das Smartphone.

Mal ganz ehrlich, ist auch mal ganz schön, denn man kommt so zu Dingen zu denen man sonst nicht kommt.

Einzig und Alleine die Klimaanlage, die läuft ja wirklich nur mit Strom, auf die muss man in so einem Fall verzichten. Wenn dann das Wetter so bescheiden ist wie in den letzten 5 Tagen, wo es hier fast nur noch regnet und die Temperaturen so um die 15 Grad liegen, dann ist das nicht so angenehm. Bei 15 Grad den Holzofen anzufeuern ist reine Verschwendung.

Ach ja das Wichtigste, das Licht. 

Wenn der Strom nun länger ausfällt und es dann früh dunkel wird so wie im Moment wo wir uns auf den  kürzesten Tag und die Längste Nacht in der nächsten Woche freuen, denn dann geht es für uns wieder aufwärts, dafür hat man dann Batterie betriebene LED Leuchten und eben auch noch Kerzen.

Wer von Euch weiß noch wie schön ein Kerzenschein ist? Kaum jemand denke ich.

Übrigens kann man heute auch ohne Licht lesen. Der Ebook Reader macht es möglich. Auch das Handy funktioniert weitgehend und fürs laden hat man halt einen Akkupack immer vollgeladen parat.

Sollte der Stromausfall wirklich einmal länger als 24 Stunden dauern, dann steht zur Not auch noch ein Notstromaggregat zur Verfügung mit dem man dann den Kühl und Gefrierschrank auf Temperatur halten kann.

Fazit: 

So ein Stromausfall ist eigentlich nichts Schlimmes wenn man weiß wie an damit umzugehen hat. Mit den Jahren lernt man das und man nimmt es gelassen hin.

An einem Tag wie heute allerdings, da werden einige zwielichtige Gestalten wohl Hochkonjunktur gehabt haben, denn ohne Strom laufen meist auch keine Alarmanlagen und Überwachungskameras.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

Nachtrag:

Wie ich soeben erfahren habe, sind Argentinien, Brasilien und Uruguay vernetzt weil Uruguay diese Länder mit Strom beliefert. Das Problem ist in Argentinien entstanden und zur raschen Lösung hat sich Uruguay abgeswitcht. Nun hat Uruguay seit ein paar Stunden wieder Strom.
Den Gerüchten nach könnte es sich um einen Boykott der in einigen argentinischen Provinzen stattfindenden Wahlen gehandelt haben – dies wird derzeit von der argentinischen Regierung überprüft.

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2 Replies to “Der Mega Blackout. Wir waren live dabei!”

  1. AvatarJohann Reichhardt

    Ein paar Stunden keinen Strom zu haben ist ja nicht schlimm.
    Jeder sollte sich da aber mal fragen was ist wenn wir mal einige Tage ohne Strom sind!

    Ich empfehle gerne das Buch: BLACK OUT Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg

    Wer sich keine Gedanken machen will kann ja so weiterleben bis einmal Tage ohne Strom kommen die sein Leben komplett verändern werden.

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    1. AvatarPeter Post author

      Darüber machen wir uns schon Gedanken. Wir haben zur Not auch ein Notstrom Aggregat. Dazu auch Solar Panels auf dem Dach 🙂

      Reply

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