Auto fahren in Uruguay.

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Besser als in Deutschland!

Landstraße

Landstraße in Maldonado und Lavalleja  60km/h Begrenzung! Warum nur? 

Bienvenido aus Uruguay,

als ich vor ca. 9 Jahren von Deutschland nach Uruguay ausgewandert bin, war das Auto fahren in Uruguay noch etwas abenteuerlich. Die hat sich aber mittlerweile grundlegend geändert. Damals gab es noch vornehmlich alte Fahrzeuge, ja für Deutsche Verhältnisse kann man sogar Oldtimer dazu sagen. Verbeult, verkratzt und teilweise in einem erbärmlichen Zustand. Da es hier in Uruguay keinen TÜV gibt waren die Fahrzeuge technisch auch nicht mehr auf dem neusten Stand und Nachts war es die Regel, dass da Fahrzeuge ohne funktionierendes Rücklicht fuhren. Also war aufpassen oberstes Gebot.

Dies hat sich grundlegend geändert. 

Im Zuge der Kreditvergaben an Alle gibt es heute fast nur noch neue Fahrzeuge. Technisch im guten Zustand und auch die Lampen funktionieren. Hat das Auto denn noch eine Nebelschlussleuchte, dann wird diese in der Regel auch bei besten Sichtweiten eingeschaltet. Das Motto lautet wohl,  was da ist muss auch brennen. Es ist egal ob man blendet oder nicht.

Das Fahren allerdings ist für manchen Deutschen der hier mit seinem Europäischen Führerschein im Urlaub ohne Probleme fahren kann, etwas gewöhnungsbedürftig. Die Ampeln stehen nicht unmittelbar an der Kreuzung sondern dahinter. Wer also gewohnt ist bis zur Ampel vorzufahren, der wird unweigerlich auf der Kreuzung zum stehen kommen.

Ein etwas andere Vorfahrtregelung muss man allerdings erst in Erfahrung bringen. Es gilt wohl auch hier Rechts vor Links, wenn man aber abbiegen will hat man keine Vorfahrt mehr obwohl man von Rechts kommt. Da dies aber selbst die Urus nicht so genau wissen gilt Augen auf und im Zweifel lieber mal stehen bleiben und auf sein Recht verzichten.

Landstraße in Uruguay

Landstraße in Uruguay

Ein weitere Besonderheit ist das Links abbiegen.

Link abbiegen ist meist nicht so ohne weiteres möglich, es sei es gibt eine extra Spur dafür in der Stadt. Auf dem platten Land haben die Einheimischen meist die Angewohnheit vor dem Links abbiegen auf den rechten Straßenrand  zu wechseln und dabei links zu blinken, aber trotzdem auf den Rückwärtigen Verkehr zu achten und diesen auch vorbei zu lassen. Nur Europäer ordnen sich in der Mitte ein um dann links abzubiegen. Dies wird toleriert und dürfte sich zukünftig auch hier durchsetzen.

In Uruguay ist es mittlerweile Vorschrift auch am Tage mit Licht zu fahren. Neuwagen werden dementsprechend schon ausgerüstet und verfügen über schöne Tagesfahrleuchten.

Geschwindigkeiten.

Uruguays Straßen sind eigentlich nicht zu rasen ausgelegt. Es sei man fährt auf Autobahn ähnlichen Straßen wie der Interbalnearia welche von Montevideo nach Punta del este führt und wohl eine der meist befahrenen Strecken ist. Dort gilt in der Regel eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h für PKW. Motorräder scheinen davon aber ausgenommen zu sein. Denn wenn man diese hier so hört wie die vorbei rauschen da haben die wesentlich mehr drauf als das Erlaubte.

Caminera

Caminera Verkehrspolizei und nur die ist für den Verkehr zuständig.

Nun ja. Wer will denen auch was? Radarkontrollen gibt es zwar in der City und manchmal auch auf dem Land, aber die hiesige Caminera ( Verkehrspolizei) wird so schlecht bezahlt, dass es mit der Arbeitswut nicht unbedingt weit her ist.

Wer dann noch außerhalb der viel befahrenen Strecken unterwegs ist, muss sich fast gar nicht mehr fürchten. Da stehen dann zwar Schilder mit 60 km/h, aber die sind Makulatur und können höchstens als Warnung angesehen werden. Sinn und Zweck ergibt sich nicht. Schneller fahren ist deshalb ohne weiteres möglich.

Vorsichtig sollte man aber trotzdem sein und immer auf Sichtweite gehen.  Es gibt offensichtlich noch genügend Fahrer welche ohne Führerschein unterwegs sind. Selbst wenn jemand einen hat heißt dies noch lange nicht, dass er fahren kann. Aber das haben wir auch in Deutschland.

Vorfahrt achten ist für viele ein Fremdwort wenn es um die Einfahrt in eine Hauptstraße geht. Da wird schon mal die Geschwindigkeit wissentlich übersehen mit der man ankommt. Andere wiederum haben die Straße für sich gepachtet und cruisen im Schneckentempo durch die Gegend die man sich dabei gemütlich anschaut. Erinnert mich immer wieder an die gelbe Gefahr aus Holland welche sich an der Mosel genauso verhält. Auch ein Rechtsfahrgebot gibt es zwar aber nicht alle halten sich daran. Rechts überholen ist zwar auch hier nicht erlaubt aber manchmal erforderlich und wird auch nicht unbedingt geahndet, zumal die Caminera nicht überall sein kann und andere Polizisten auf den Straßen nichts zusagen haben.

Alles im Allen aber kann man in Uruguay wunderschön fahren. Staus gibt es außerhalb von Montevideo recht selten. Aufpassen muss man in den Städten, dort gibt es ähnlich wie in Deutschland mittlerweile Blitzampeln und Radarkontrollen. Allerdings sind die Urus nicht so verlogen wie die Deutschen und warnen brav und anständig vor diesen Kontrollen. Auf der Interbalnearia sogar mit in den Boden eingelassenen Reflektoren. Spätestens beim überfahren derer wird man wach.

Preislich ist Autofahren mittlerweile ein Luxus!

Spritpreise wie in Deutschland und teilweise noch darüber. Erst eben gab es wieder ein Erhöhung von 9%. Die Letzte war Anfang 2018 mit ebenfalls 9%. So ist der Sprit innerhalb von 6 Monaten um 18% angehoben worden und dies bei gleichbleibend niedrigen Beschaffungskosten. Hinzu kommt die Autobahngebühr welche sich seit meinem Hiersein nahezu verdoppelt hat. Natürlich muss man für sein Auto auch noch Steuern und Versicherung bezahlen. Alles kein billiger Spaß.

Peaje/Zahlstelle

Stau an einer Zahlstelle ist am Wochenende in der Saison nichts Ungewöhnliches.

Leider verteuert solch eine Spritpreiserhöhung auch alle anderen Waren, da ja alles mit LKWs angeliefert werden muss. Ein Kette ohne Ende oder ein Rattenschwanz. 

Uruguays ReGIERung ist nicht unbedingt die Beste und für mein Empfinden wird es auch hier Zeit, dass sich dieser deppe Präsident mit seiner Frente Ampilo vom Acker macht. Ob Andere es besser machen sei mal dahin gestellt. Aber darüber werde ich in einem anderen Artikel schreiben.

Fazit zum Autofahren.

Wer sich den Luxus leisten kann und will, man muss es ja nicht denn man kommt überall auch mit Bussen hin wo man hin will, kann hier in Uruguay noch recht schön fahren. Besonder Abseits der Hauptverkehrsstrecken macht es sehr viel Spaß wenn man dann das richtige Auto für diese meist nicht ausgebauten Straßen und Wege hat. Sportwagen und Luxuslimousinen sind für Uruguay nur bedingt tauglich und dienen, wenn, nur dazu seinen Status zu zeigen. Auch solche Idioten gibt es hier.

Im Übrigen weise ich, als alter Hase, jeden darauf hin, dass hier nicht die eingebaute Vorfahrt gilt und auch keine Rechtsschutzversicherung hilft wenn man nicht im Recht ist. Hier ist nicht alles so wie in Deutschland geregelt und man muss schon Rücksicht auf die Anderen nehmen.

Wer schaut was die Urus machen und es ihnen gleich tut, wird sicherlich in den meisten Fällen unbeschadet durch den Verkehr kommen.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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